Moderne Spielwaren: Internetanschluss gefährdet Sicherheit der Kinder

Immer mehr Spielwaren verfügen über einen Zugang zum Internet. Was als smarte Erweiterung gedacht ist, erweist sich oft als Gefahr für Kinder.

 

Eine Überwachungskamera im Kinderzimmer würden sicher nur wenige Eltern akzeptieren. Doch modernes Spielzeug mit Internetanschluss kann von Dritten missbraucht werden. Foto: Pixabay

Die sprechende Puppe, der aufmerksame Lautsprecher, dem man einen Musikwunsch nennen kann, das Babyphon mit Online-Abfrage – immer mehr Spielzeug kann sich über drahtlose Netzwerke im WWW anmelden. Was viele Eltern dabei übersehen: Wie ein ganz normaler Computer sind auch webfähige Geräte im Internet von Dritten ansprechbar, wenn keine entsprechenden Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden. Viele Hersteller liefern internetfähige Geräte mit einem minimalen Sicherheitsschutz aus, um die Einrichtung für die Kunden möglichst einfach zu gestalten. Ein zweiter Aspekt, der nach wie vor kaum Beachtung findet, ist das Generieren von Daten. Hersteller von Geräten und Apps sammeln auf vielfältige Weise Nutzerdaten, ohne dass die Kunden dies bemerken oder hierauf Einfluss haben.

Das gilt entsprechend auch für internetfähiges Spielzeug. Erstmals in breiterer Öffentlichkeit bekannt wurde das Problem durch eine Meldung im vergangenen Februar. Da forderte die Bundesnetzagentur Besitzer der Spiezlzeugpuppe „My friend Cayla“ dazu auf, diese zu zerstören. Grund für den drastischen Aufruf: Die Puppe ließ sich nicht nur aus weiterer Entfernung per Bluetooth fernsteuern, dabei Lautsprecher und Mikrofon ansprechen. Auch die an den Hersteller gesandten Daten stufte die Behörde als kritisch ein, da alle „Gespräche“, die Kinder mit der Puppe führen, automatisch auf Server des Herstellers geladen und dort analysiert wurden. Schließlich diente das Spielzeug offenbar auch noch als Werbeplattform, da es von Zeit zu Zeit zum Beispiel auf neue Disney-Filme hinwies.

Ein besonders kritisches Beispiel, doch auch andere Geräte und Spielwaren können entsprechend problematisch sein. Hierauf wies nun auch das Gemeinsame Forschungszentrum der EU-Kommission (JRC) hin. Die Behörde warnte kürzlich ausdrücklich: „Die Fähigkeit der Spielwaren, Informationen über ihre jungen Nutzer aufzuzeichnen, zu speichern und weiterzugeben, gibt Anlass zur Sorge“. Gesetzgeber seien gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Erst im März 2018 tritt eine neue EU-Datenschutzverordnung in Kraft, die auch Spielwaren-Herstellern höhere Anstrengungen beim Datenschutz abverlangt.

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