Fragen & Antworten: Energiewende

Fossile Brennstoffe stellen derzeit noch die Energieversorgung sicher. Erneuerbaren Energien gehört jedoch die Zukunft. Wohin der Trend geht und wie wir die Energiewende mitgestalten können – DEKRA solutions liefert Antworten auf 5 wichtige Fragen.

Ein modernes Haus kann mehr Energie produzieren als es selbst benötigt. Photo: Julia Mischke

1 Wer investiert in erneuerbare Energien?

Das Netzwerk für erneuerbare Energien für das 21. Jahrhunderts (REN21) ermittelte eine weltweite Vervierfachung der Neuinvestitionen in erneuerbare Energien für den Zeitraum von 2005 bis 2015. Das Anlagevermögen steigerte sich von 72,7 auf 286,0 Milliarden US-Dollar. Europa erreichte 2011 mit der Rekordsumme von 122,9 Milliarden US-Dollar seinen Höhepunkt. Bis zum Jahr 2015 brach der Einsatz jedoch auf 40 Prozent davon ein. Seit vier Jahren hat China die Führungsrolle beim Investment in erneuerbare Energiequellen inne. Hier verzwölffachten sich die Gelder seit Beginn der Betrachtung. Die USA wanderten mit alternierenden Summen von Platz zwei auf den vierten Platz im Ranking. Fast überall belegen jedoch zweistellige Milliardenbeträge den Trend zum Wandel. Brasilien ist hier eine Ausnahme, da das Land seit jeher stark von der Wasserkraft profitiert.

2 Was kostet eine Kilowattstunde Strom?

Für ihren Bericht 2016 untersuchte die International Energy Agency (iea) die Energiekosten ausgewählter Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Kosten für Haushaltsstrom sind demzufolge in Mexiko am geringsten. Die Mexikaner bezahlen weniger als acht US-Cent je Kilowattstunde. Auch der Strom in Kanada ist relativ erschwinglich und liegt nur knapp bei einem Drittel dessen, was Verbraucher in Deutschland bezahlen. Und das trotz vergleichbarer Kaufkraft. Die Deutschen zählen mit knapp 33 US-Cent je Kilowattstunde zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Grund sind Steuern und Abgaben, die aktuell 55 Prozent des Strompreises ausmachen.

3 Wie sieht der Länder-Energiehaushalt aus?

Im Regelfall produziert ein Land genügend Strom, um den Eigenbedarf zu decken. Das aufstrebende Schwellenland Marokko und die wirtschaftliche Supermacht China schaffen dies derzeit noch nicht. Hier übersteigt der Strombedarf die inländische Produktion. Dabei verbraucht jeder Chinese nur ein Drittel des Stroms eines US-Bürgers. Liegt es in China am wirtschaftlichen Wachstum, tragen energieintensive Raumklimageräte zum hohen Verbrauch der Amerikaner bei. Knapp 74 Prozent des Stroms der USA stammen derzeit aus fossilen und nur etwa ein Zehntel dieser Menge aus regenerativen Energiequellen. In Deutschland ist das Verhältnis mit jeweils über 40 Prozent fast ausgewogen.

4 Wie wird mein Haus energieeffizient?

Durch aufeinander abgestimmte Komponenten können heute Wohngebäude selbst in der gemäßigten Zone pro Jahr mehr Energie gewinnen, als sie selbst verbrauchen. Lässt man den Primärenergiebedarf zur Erstellung des Gebäudes außer Acht, wird so ein Neubau nicht nur zum verbrauchsarmen Effizienzhaus, sondern zum Plusenergiehaus. Die energetische Sanierung eines Bestandsgebäudes spart bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs ein, informiert die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bereits der Einsatz einzelner Komponenten verbessert die Energiebilanz. So schützt eine luftdichte, gedämmte Hülle gleichermaßen vor Kälte und Wärme. In Verbindung mit einem Speicher kann solare Energie die Autarkie vom Stromnetz ermöglichen. (Weitere Informationen unter: www.dekra.de/energie)

5 Welche effizienten Heizsysteme gibt es?

Der Markt bietet derzeit verschiedenste Möglichkeiten für besonders wirtschaftliche Raum- und Brauchwassererwärmung – sei es noch mit fossilen oder bereits mit regenerativen Energieträgern. Sieben gängige Systeme im Überblick:

Infografik Heizsysteme

Infografik Heizsysteme