Heimat Megacity – Das Leben in Mumbai

Mumbai, Ronjoy Rajkhowa Mumbai, Ronjoy Rajkhowa Mumbai, hochhaus Mumbai Mumbai Bahnhof Mumbai

Ronjoy Rajkhowa ist General Manager bei DEKRA Insight und arbeitet in Mumbai. Er berichtet über das Leben in der Megametropole und die dort vorherrschende Verkehrsproblematik.

Der Asphalt dampft, es wird gehupt, Motoren brummen. Von den kleinen Ständen am Straßenrand, die gebratenen Reis und Gemüse, Bhel Puri, verkaufen, riecht es nach Gewürzen. Im Schritttempo geht es durch die Straßen. Fahrräder, Motorroller und Tuk-Tuks teilen sich die Fahrbahn mit den Autos: Es ist Feierabendverkehr in Indiens größter Stadt Mumbai. Und mittendrin in der bunten Kolonne steckt Ronjoy Rajkhowa. Er ist General Manager bei DEKRA Insight und arbeitet in Mumbai. In der Stadt, die als Indiens Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufschwung gilt. Rund 12,5 Millionen Menschen leben hier heute im eigentlichen Stadtgebiet, zusammen mit den Vorortgürteln sind es etwa 23 Millionen. Vor zehn Jahren waren es insgesamt noch etwa 18 Millionen, in zehn Jahren werden es wohl mehr als 25 Millionen sein. Für Pendler wie Ronjoy Rajkhowa, die etwas außerhalb wohnen, bedeutet das vor allem eines: Stau. „Ich fahre immer mit dem Auto zur Arbeit“, erzählt er. Bis zu eineinhalb Stunden braucht er für die 29 Kilometer lange Strecke von seinem Büro bis raus nach Navi Mumbai, Neu-Mumbai, wo er mit seiner Frau und seiner Tochter lebt. Eineinhalb Stunden, die zwischen der boomenden und hektischen Metropole Mumbai und der mit etwa einer Million Einwohnern vergleichsweise beschaulichen Planstadt liegen. Insgesamt sind das dann also drei  Stunden pro Tag. „Wir haben hier in Navi Mumbai viel Grün“, erzählt Rajkhowa. Ein Aspekt, den er 29 Kilometer weiter westlich in der Megacity oft vermisst. Mit dieser ist der Vorort nur über zwei Brücken verbunden, über welche die Pendler den Fluss Ulhas überqueren. „Der Verkehr könnte hier deutlich besser sein“, sagt der General Manager. Und er fügt hinzu: „Aber ich wohne gerne hier.“

DEKRA Solutions Mumbai from DEKRA on Vimeo.

Verkehr als Achillesferse

Ein Gefühl, das viele andere Menschen mit ihm teilen. Das Leben in Megacitys wird immer beliebter.
Der Trend hält ungebrochen an. Bis 2050 werden 6,4 der insgesamt 9,5 Milliarden Menschen weltweit in Metropolen leben. Davon gehen Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, aus. Für Megacitys wie Mumbai bringt das viele Herausforderungen mit sich. In einer Studie von PricewaterhouseCoopers, PWC, wurden 26 Handels-, Finanz- und Kulturmetropolen auf der ganzen Welt miteinander verglichen und verschiedene Faktoren, vom Thema Nachhaltigkeit über Verkehr bis hin zum Aspekt Sicherheit, bewertet. Mumbai ist in Sachen Verkehr fast ganz unten gelandet. Nur Lagos und Jakarta schneiden noch schlechter ab.

Mit der Entwicklung des Straßenverkehrs in Megacitys setzen sich auch Zukunftsforscher auseinander. Steffen Braun, Institutsdirektor und Leiter des Geschäftsfeldes Mobility & Urban Systems Engineering beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, erklärt:
„Die Bedeutung des Autos als Privatfahrzeug wird sich zukünftig stark verändern. Der Trend geht hin zur gemeinschaftlichen Nutzung.“ Fahrgemeinschaften, Carsharing-Angebote, Sammeltaxen: So sehe die Zukunft des Autos in der Megacity aus. „Schon heute geht der Individualbesitz von Autos in einigen Metropolen gegen null, zum Beispiel in Singapur“, sagt Braun. „In einigen Jahren sehe ich flexibel einsetzbare Fahrzeugflotten und automatisierte Mini-Shuttles an ihrer Stelle – in Asien und auch Europa.“

Megacitys in Zahlen

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Mehr Links zum Thema:

Heimat Megacity – das Leben in São Paulo 

Heimat Megacity – das Leben in Los Angeles

Heimat Megacity – das Leben in Shanghai