Reitsport: Unfallrisiko Pferdehaltung

Der Reitsport ist in Deutschland zum Massenphänomen geworden. Doch damit mehren sich auch die Risiken für Beschäftigte, die in der Pferdehaltung beruflich tätig sind.

Kenntnisse über natürliche typische Verhaltensweisen des Pferdes sind eine wichtige Voraussetzung zur Unfallverhütung. Foto: Pixabay

Das vermeintliche „Luxushobby“ Reitsport ist längst zu einem alltäglichen und zunehmend bedeutsamen Wirtschaftszweig geworden, wodurch auch die Zahl der im Bereich der Pferdehaltung beschäftigten Mitarbeiter kontinuierlich wächst. Laut einer Studie der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) gaben 2016 rund 14 Millionen Befragte an, Interesse am Reiten zu haben. Rund vier Millionen interessieren sich sogar ganz besonders für diese Sportart. Die Studie ermittelte auch die Zahl der Reiter in Deutschland: 3,89 Millionen Menschen bezeichnen sich selbst als Reiter, 1,25 Millionen betreiben diese Sportart intensiv. Die Zahl der Pferde in Deutschland wurde zuletzt auf rund 1,3 Millionen Tiere geschätzt.

Unfälle mit tödlichem Ausgang

Meist werden Pferde in größeren Gestüten eingestellt, wo sich vornehmlich hauptberufliche Pferdepfleger um die Tiere kümmern. Diese sind einem nicht unerheblichen Unfallrisiko ausgesetzt. Wenig verwunderlich, bringen die ausgewachsenen Tiere doch je nach Rasse und Geschlecht zwischen vier- und sechshundert Kilo auf die Waage. Die häufigste Unfallursache: „unvorhersehbares Pferdeverhalten“. Denn die natürlichen Verhaltensweisen von Pferden als Steppentiere mit ausgeprägtem Fluchtverhalten bedingen besonders bei falscher Haltung und Behandlung unvorhersehbare Reaktionen. Zu wenig Bewegung führt bei den Tieren dazu, dass sie den aufgestauten Bewegungsdrang schließlich durch Auskeilen oder Aufsteigen abbauen, mit entsprechendem Verletzungsrisiko für Menschen in der unmittelbaren Umgebung. Auch mangelnder sozialer Kontakt mit Artgenossen erhöht das Risiko für gefährliche Übersprungshandlungen.

Rund 2.500 meldepflichtige Unfälle in der Pferdehaltung pro Jahr verzeichnet alleine die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, darunter leider auch immer wieder Todesfälle. Um Beschäftigte auf das Thema aufmerksam zu machen und Hinweise zur besseren Arbeitssicherheit zu geben, hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) eine neue Info-Broschüre zum Thema herausgebracht, welche unter diesem Link kostenlos heruntergeladen werden kann.