Abstürze sind häufigste Todesursache auf Baustellen

Bauarbeiter leben gefährlich, wofür vor allem Abstürze verantwortlich sind. Allein im Jahr 2016 verzeichnete die BG BAU 8.000 Absturzunfälle mit 29 Todesopfern.

Die kollektive Sicherung vor Abstürzen hat im Baugewerbe Vorrang vor der individuellen Sicherung. Dazu gehören besipielsweise Sicherungsgitter und Fangnetze. Foto: Pixabay

Die Zahlen klingen alarmierend: Im Zeitraum von 2007 bis 2016 hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) rund 93.000 Absturzunfälle auf Baustellen registriert. Tragisch: Für 341 Bauarbeiter kam dabei jede Hilfe zu spät, sie verstarben bei den Unfällen. Die häufigsten Abstürze geschehen auf Leitern und Gerüsten, gefolgt von Dach- und Treppenstürzen. Fatal dabei ist: Auch wenn ein Absturz nicht tödlich endet, tragen die Unfallopfer teils lebenslange Beeinträchtigungen davon. Absturzunfälle verlaufen oft schwer und können zum Teil auch die Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben.

Absicherung und Schulung

Die richtige Absicherung vor Absturzunfällen bedingt eine Einzelfallbegutachtung des Einsatzortes, die sogenannte Gefährdungsbeurteilung. Sie muss vor Aufnahme der Arbeiten erfolgen und ist gesetzlich klar geregelt. Dabei ist zu beachten, dass kollektive Maßnahmen dem individuellen Schutz vorzuziehen sind, dazu gehören beispielsweise Absperrungen. Laufbrügen, Schutznetze und Fanggerüste. Auch die Bauherren sieht die BG Bau in der Pflicht, den Unternehmen exakte Angaben zu machen. Ihnen obliegt es beispielsweise, nicht begehbare Deckenkonstruktionen oder Dachflächen anzuzeigen, damit sich die ausführenden Unternehmen hierauf einstellen können.

Ebenso wichtig ist aus Sicht der BG BAU auch eine ganzheitliche Prävention. Im Zentrum sollte dabei die Schulung der Beschäftigten im Hinblick auf Verhalten und persönliche Einstellung stehen. Ergänzend können Unternehmen mit betrieblichen Erklärungen, die in Zusammenarbeit mit leitenden Mitarbeitern und der Belegschaft erarbeitet werden, ihre Bereitschaft zur Unfallprävention dokumentieren. Essentielle Regeln im Hinblick auf typische Gefahrenstellen und Ursachen für Abstürze sollten hier ebenfalls berücksichtigt werden.